
Was in eine Zuschnittliste gehört
Eine Zuschnittliste erfasst alle Teile, die Sie für einen Auftrag brauchen. Sie beantwortet drei Fragen: Welche Maße hat jedes Teil, wie oft wird es benötigt und aus welchem Material besteht es?
Für die Fertigung sollte die Liste diese Angaben enthalten:
- Eindeutige Teilebezeichnung
- Fertigmaße, also Breite und Länge nach der vorgesehenen Bearbeitung
- Zuschnittmaße, falls sie von den Fertigmaßen abweichen
- Stückzahl
- Material und Plattenstärke
- Vorgaben zur Ausrichtung, etwa die Maserungsrichtung
- Hinweise zu Kantenbändern und weiteren Bearbeitungsschritten
Fehlen Angaben, muss jemand an der Maschine entscheiden, was gemeint war. Das erhöht das Risiko für Verwechslungen und falsche Zuschnitte.
Als Ausgangspunkt können Sie die CutOps-Vorlage für Zuschnittlisten (auf Englisch) verwenden. Die ausgefüllte CSV lässt sich in CutOps importieren.
Schritt 1: Jedes Teil mit Fertig- und Zuschnittmaß erfassen
Beginnen Sie mit den Maßen aus Ihrer Konstruktion. Leiten Sie daraus die Maße ab, die Sie tatsächlich sägen müssen. Tragen Sie diese Zuschnittmaße in CutOps ein.
Fertigmaß und Zuschnittmaß können voneinander abweichen, zum Beispiel durch Kantenbänder, Besäumen oder eine spätere Bearbeitung. Dokumentieren Sie solche Anforderungen getrennt und berechnen Sie die nötigen Zu- oder Abschläge passend zu Ihrem Verfahren. CutOps berechnet keine Zugaben oder Abzüge für Kantenbänder. Die Schnittfuge wird separat in den Einstellungen berücksichtigt.
Gruppieren Sie die Teile von Anfang an nach Material, Stärke und gegebenenfalls Dekor. Wenn ein Auftrag drei verschiedene Plattenmaterialien braucht, halten Sie diese Gruppen klar auseinander. So vermeiden Sie, dass Teile in einem Plan auf ungeeigneten Platten landen.
Kurze Prüfung vor dem nächsten Schritt
Gehen Sie jede Zeile durch: Gehört dieses Teil zum fertigen Werkstück, stimmen seine Maße und ist die Stückzahl richtig? Hilfsschablonen, Probestücke und Zwischenprodukte sollten Sie getrennt kennzeichnen und nur dann mit einplanen, wenn sie tatsächlich aus diesem Plattenbestand zugeschnitten werden sollen.
Schritt 2: Verfügbare Platten erfassen
Die Angaben zu Ihrem Plattenbestand bestimmen, welche Zuschnittpläne die Optimierung vorschlagen kann. Falsche Bestandsmaße können zu Plänen führen, die auf dem Bildschirm passen, in der Werkstatt aber nicht umsetzbar sind.
Prüfen Sie für jedes Material:
- Die tatsächlich verfügbaren Plattenmaße statt nur der Nennmaße
- Die verfügbare Stückzahl, wenn Sie mit einem festen Bestand arbeiten
- Ganze Platten und nutzbare Reststücke als getrennte Einträge
Wenn Sie eine Platte mit 2440 × 1220 mm eintragen, sie tatsächlich aber nur 2438 × 1219 mm misst, können Teile am Rand nicht mehr passen. Messen Sie nach und berücksichtigen Sie, welcher Bereich nach einem gegebenenfalls nötigen Besäumen nutzbar bleibt.
Schritt 3: Schnittfuge und Ausrichtung vor der Optimierung festlegen
Legen Sie alle Vorgaben vor dem ersten Durchlauf fest. Ändern Sie diese später, müssen Sie erneut optimieren und den neuen Zuschnittplan prüfen.
Schnittfuge: Tragen Sie die tatsächliche Schnittbreite Ihrer Säge mit dem verwendeten Blatt ein. Entscheidend ist der Materialverlust beim Schnitt. Ermitteln Sie den Wert für Ihre Maschine, statt eine pauschale Blattstärke zu übernehmen. Bei vielen Schnitten summiert sich auch eine kleine Schnittfuge.
Maserungsrichtung: Legen Sie fest, wie sichtbare oder richtungsgebundene Teile auf der Platte liegen müssen. Sperren Sie die 90-Grad-Drehung für die betreffenden Teile und prüfen Sie, ob ihre erfasste Ausrichtung zur Platte passt. CutOps bietet zusätzlich die Zuordnung nach Material sowie die Berücksichtigung der Maserungsrichtung zwischen passenden Teile- und Platteneinträgen.
Drehbarkeit: Manche Teile dürfen um 90 Grad gedreht werden, ohne dass Funktion oder Aussehen leiden. Andere müssen ihre Ausrichtung behalten.
Schritt 4: Optimieren und den Zuschnittplan prüfen
CutOps nutzt ein heuristisches Optimierungsverfahren. Das Ergebnis ist ein Planungsvorschlag, der vor der Fertigung geprüft werden muss. Es kann nicht platzierte Teile geben; ein gültiger oder optimaler Fertigungsplan ist nicht garantiert.
Achten Sie nach dem ersten Durchlauf besonders auf drei Punkte:
Materialausnutzung. Vergleichen Sie den Prozentwert mit bereits geprüften Aufträgen mit ähnlichen Teilemaßen, Platten, Schnittfugen und Ausrichtungsvorgaben. Einen allgemein gültigen Zielwert gibt es nicht. Größere Abweichungen von Ihren eigenen Vergleichswerten sind ein Anlass, Eingaben und Anordnung genauer zu prüfen.
Schnittanzahl und Schnittfolge. Viele Schnitte können den Handhabungsaufwand erhöhen. Wirkt der Plan aufwendiger als erwartet, prüfen Sie die Platzierung der Teile und die Reihenfolge der Schnitte. CutOps teilt einzelne Teile nicht in kleinere Teile auf.
Nicht platzierte Teile. Fehlt ein benötigtes Teil im Plan, ist der Auftrag noch nicht vollständig geplant. Prüfen Sie seine Maße, den verfügbaren Plattenbestand und die Ausrichtungsvorgaben. Auch das heuristische Verfahren kann Teile unplatziert lassen; ein solches Ergebnis allein beweist nicht, dass es keine passende Anordnung gibt.
Schritt 5: Strategien vor der Freigabe vergleichen
Unterschiedliche Anordnungen können unterschiedliche Vorteile haben. Eine spart möglicherweise eine Platte, eine andere lässt sich mit weniger Umsetzen sägen. CutOps ermöglicht den direkten Vergleich von Optimierungsstrategien.
Wenn Ihnen der Strategievergleich zur Verfügung steht, halten Sie die Eingaben gleich und prüfen Sie:
- Welcher Plan benötigt weniger Platten?
- Welche Schnittfolge ist an Ihrer Maschine praktikabler?
- Sind alle benötigten Teile platziert und alle Vorgaben eingehalten?
Wählen Sie den Plan, der zu Ihrem Materialbestand und Ihrem Fertigungsablauf passt. Die höchste Materialausnutzung allein reicht als Entscheidungskriterium nicht aus.
Schritt 6: Für die Fertigung exportieren
Die Zuschnittliste und der dazugehörige Zuschnittplan sollten auch für jemanden verständlich sein, der bei der Planung nicht dabei war. Wählen Sie dafür die Formate, die Ihr Team tatsächlich braucht:
- PDF: Zum Ausdrucken und als Teil der Auftragsunterlagen.
- CSV: Für strukturierte Teile-, Platten-, Platzierungs- oder geordnete Zuschnittdaten. Für die Übernahme in andere Systeme müssen Spalten, Einheiten und Datenstruktur ausdrücklich zugeordnet und geprüft werden.
- PNG: Als Bild für eine schnelle Sichtkontrolle.
- JSON: JSON dient der nativen Sicherung und dem erneuten Import in CutOps. Für andere Programme ist eine ausdrückliche Zuordnung der Datenfelder nötig; JSON ist keine automatisch passende Schnittstelle.
- DXF-Paket: Maschinenneutrale Geometrie im ASCII-DXF-R12-Format. Das Paket enthält keinen G-Code, keine Werkzeugwege, keine Steuerungsdateien und keine herstellerspezifischen Postprozessoren. Prüfen Sie die Daten in der nachgelagerten CAD/CAM-Software, bevor Sie sie für die Fertigung verwenden.
Die aktuellen Zugänge und Limits finden Sie in der Tarifübersicht. Beschriften Sie jeden Export mit Auftragsname, Datum und Material. So bleibt er auch später eindeutig zuzuordnen.
Häufige Fehler vermeiden
Nur mit Nennmaßen planen. Messen Sie die Platten aus Ihrem aktuellen Bestand und prüfen Sie die nutzbare Fläche.
Die Schnittfuge bei kleinen Aufträgen weglassen. Auch bei wenigen Platten kann sie darüber entscheiden, ob eine Anordnung passt. Stellen Sie sie für jeden Auftrag passend zur Säge ein.
Teile nicht eindeutig benennen. Verwenden Sie Bezeichnungen, mit denen die ausführende Person etwas anfangen kann, etwa „Korpus links, Seite außen“.
Den ersten Plan ungeprüft übernehmen. Kontrollieren Sie Maße, Stückzahlen, Material, Ausrichtung und Schnittfolge. Vergleichen Sie bei Bedarf weitere Strategien, bevor Sie den Plan freigeben.
Öffnen Sie CutOps auf Deutsch, um Ihre nächste Zuschnittliste im Browser zu planen. Der Einstieg ist kostenlos und erfordert keine Installation.
Für Korpusse, Seiten und Einlegeböden können Sie den Ablauf mit dem Leitfaden zur Zuschnittliste für Schränke vertiefen.